Sonntag, 7. Juni 2015

Wohin mit all der ganzen Fotoflut????




Wie Ihr wisst, war ich diese Tage in Köln bei einem sportlichen Großevent (die Handballfans unter Euch dürften wissen wo ich war *grins*) und dabei fiel mir eines ganz besonders auf: Jeder - aber wirklich JEDER hatte sein Handy im Anschlag, um die unglaubliche Stimmung festzuhalten, die vor allen Dingen bei der Eröffnungsshow geherrscht hat. Diese war aber auch wirklich extrem beeindruckend. Nur vor lauter filmen, fotografieren, Selfies machen um sich dann in den sozialen Medien mitzuteilen oder einfach des für die Ewigkeit festhaltens, entgeht vielen dann die Aufmerksamkeit, um das eigentliche Ereignis genießen zu können und warum man eigentlich auch da ist. 

Dabei ist mir der Gedanke gekommen, dass das noch vor ein paar Jahren -im Zeitalter vor den Handys und inmitten der Analogfotografie- eigentlich komplett anders war. Da hatte man (wenn überhaupt) seinen Fotoapparat dabei, im Gehäuse steckte die 24er Filmrolle, mit Glück eine 36er und mit noch mehr Glück hatte man sogar einen Ersatzfilm dabei. Bei jedem sich bietenden Motiv hat man zuvor genau überlegt, ob man jetzt abdrückt oder lieber nicht. Was wenn nachher noch was viel Tolleres kommt, man zuvor aber schon alle Bilder verschossen hat? Das bedeutet dann automatisch The Worst Case: der Film ist voll. Also hat man mit den Bilder gegeizt wo es nur ging.... und wie war es dann am Ende? Man ging -vor lauter sparen- wieder mit vollem Film nach Hause. Oder man musste ihn zu Ende des Urlaubs nochmal schnell vollmachen. Das sieht man oft daran, dass man beim Betrachten alter Urlaubsfotos den Eindruck bekommen könnte, dass man dort jeden Tag nur die gleichen Klamotten anhatte, was ja gar nicht der Fall war, sondern alle Fotos wurden eben noch schnell am letzten Tag und auf den letzten Drücker gemacht. Die allergrößte Überraschung gab es dann aber erst ein paar Tage später, wenn man die Fotos nach dem Entwickeln abgeholt hat: sind sie überhaupt was geworden?

Irgendwann kam -zum großen Glück aller- die Erfindung schlechthin: die Digitalfotografie.... einhergehend mit Speicherkapazitäten ohne Ende, ein paar Jahre später kamen die ersten Handykameras auf den Markt, mittlerweile mit absolut bestechlicher Bildqualität. D.h. alle für die Nachwelt erhaltenswerte Momente werden fotografisch festgehalten und keiner lacht seither mehr über die Japaner, die das ja schon immer so zelebriert haben. Ich habe oft den Eindruck, die sind auch wirklich weniger geworden. Oder gehen sie vielleicht einfach nur in der Masse des Massenfotografismus unter??? Und da nehme ich mich auch überhaupt nicht von aus. Gerade seit ich das Medium Instagram für mich entdeckt habe, habe ich ständig das Handy griffbereit in der Hand. Mittlerweile habe ich ja sogar schon meinen Sperrcode deaktiviert, nur damit ich schneller rankomme *räusper*



Nur was macht man eigentlich im Nachhinein mit all den ganzen Aufnahmen? Werden diese noch wie früher ausgedruckt bzw. entwickelt und gar mit solch hübschen Fotoecken selbst eingeklebt (gibts die eigentlich überhaupt noch?) oder landen sie am Ende doch nur auf dem Computerspeicher, wo sich letztendlich kein Mensch mehr für sie interessiert?

Ich muss ja gestehen, dass die meisten Fotos bei mir wirklich auch irgendwo im PC oder auf irgendwelchen externen Festplatten abgespeichert sind. Viele sind abgelegt unter dem Motto: brauch ich vielleicht noch irgendwann für ne hübsche Collage für den Blog oder natürlich auch fürs Familienalbum. Für später - oder wenn ich mal ein bisschen Zeit habe, dass ich mal wieder ein Fotoalbum zusammenstellen kann. Oder am Ende des Jahres ein Fotokalender -das obligatorische Weihnachtsgeschenk für Oma und Opa- was ich selbst wirklich sehr gerne verschenke, weil es individuell und einfach auch eine schöne Erinnerung an das vergangene Jahr ist. Zum Glück muss man selbst dazu keine Fotos mehr kleben, sondern es gibt es da ganz tolle Fotoserviceanbieter*derer Dienste ich mich gerne bediene und deren Sortiment wirklich mittlerweile unglaublich groß ist. Auch Fotoleinwände finde ich total toll, weil man sie dabei die tollsten Momente ins Wohnzimmer holen kann. 

Dennoch landen bei mir die meisten Aufnahmen, wie ich eingangs schon schrieb, einfach so in meinem Archiv. Sortiert nach Jahren. Das hat mein Vater (der früher ebenfalls leidenschaftlich gerne fotografiert hat) schon immer so gemacht, was sich heute als extrem praktisch erweist. Auch dass er irgendwann alle Dias (ich glaube, das sind zig-Tausende) eingescannt und diese ebenfalls nach Jahren abgelegt hat. So hat man jederzeit die Möglichkeit, an seinen Rechner zu gehen, ein Jahr anzuwählen und genau das Foto zu suchen, das man gerade braucht. Das ist vor allem deshalb so praktisch, als dass meine Eltern nun in einem Alter sind, in dem es ständig irgendein Jubiläum, Grund zum Feiern oder sonst irgendetwas gibt, bei dem man ein Bild von früher benötigt. Wie beispielsweise der Runde Geburtstag meiner Mutter, der demnächst ansteht und bei dem bald die Einladungskarten anstehen. 

Deshalb tue ich mich auch besonders schwer damit, meine eigene Fotos zu löschen. Wer weiß, für was ich sie noch brauche und so ein bisschen verlorener Speicherplatz tut ja auch nicht wirklich weh oder man kauft sich eben nochmals eine weitere externe Festplatte. Wobei es eigentlich teilweise auch schon ein bisschen Quatsch ist. Ich fotografier oder speichere oft Dinge, bei denen ich denke, dass ich sie noch für eine Collage gebrauchen könnte, da ich meine Sachen ja gerne mit irgendwelchem "allgemeinen Zeug" mixe, aber ich greife dann fast nie darauf zurück, da ich lieber aktuelle Dinge nehme. Wenn ich heute beispielsweise eine Mohnblume fotografiere (hab ich z.b. heute morgen gemacht), dann kram ich die nicht erst im September wieder aus. Zum Einen passt es nicht mehr in die Jahreszeit, aber zum Anderen will ich Euch das "alte Zeug" dann auch nicht mehr zeigen. D.h. was ich nicht direkt irgendwo verwurschtle, wird meist auch gar nie mehr herausgekramt und verschwindet somit in den Untiefen meines Fotoarchives. 


Wie handhabt Ihr das denn? Löscht Ihr immer alles gleich oder seid Ihr auch eher die Jäger und Sammler nach Motiven und Fotos, wie es bei mir der Fall ist? 

Puh... ganz schön lang geworden dieser Post.... aber als Blogger fotografiert man eben besonders viel und dann tauchen solche Themen zwangsläufig irgendwann auf und sollten daher vielleicht auch mal "besprochen" werden :-)

Ihr Lieben, 
ich wünsch Euch einen mega-tollen Sonntag
Ich bin dann mal weg
Fotos schießen - mit Glück fürs Familienalbum und nicht nur für die Speicherkarte *grins*

Eure
Pamy


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Kommentare:

  1. Ich muss schon ein wenig schmunzeln. Mir geht es doch genau wie dir.
    Wohin mit all den Bildern und löschen will ich auch nicht. So fliegen alle meine Bilder auf der Wolke herum und verstopfen mir dir Ideen...
    Ausmisten will ich auch nicht, könnte ich ja noch gebrauchen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Deswegen haben wir ja Blogs, damit es zumindest ein paar (wenige) Bilder ans Tageslicht schaffen ;-))
    Hab einen schönen Sonntag!
    Jutta

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    1. Wie wahr... auch wenn das nur ein kleiner Bruchteil dessen ist, was sich da alles auf meiner Festplatte tummelt ;)

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  3. Das war immer ein tolles Gefühl, wenn man die fertigen Bilder abholen konnte. :-) Doch leider war es manchmal auch sehr enttäuschend, wenn die Bilder nichts geworden sind. Ich kann mich an einen Film erinnern, den es doppelt belichtete, weil die Kamera nicht mehr richtig funktionierte. War das ärgerlich!
    Heutzutage lass ich z.B. Urlaubsbilder noch entwickeln und klebe sie auch in Alben ein. Die restlichen Bilder landen auf der externen Festplatte, und werden leider häufig vergessen und sehr selten angeschaut.
    Liebe Grüße
    Anette

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  4. Oh ja, das ist so ein Thema!
    Ich kann überhaupt keine Bilder löschen - es sei denn, sie sind verwackelt!
    D.h. Unsummen von Bildern verteilt auf 2 PCs und einer externen Festplatte.
    Ich sollte mal ausmisten.

    Greetings & Love
    Ines
    www.eclectic-kleinod.de

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  5. Nun bin ich ja noch nicht so lange dabei, aber auch bei mir wächst die Anzahl der Fotos beträchtlich. Bisher werden sie ordentlich in "Ordner" auf dem PC gespeichert. Mal sehen wie es sich so entwickelt mit uns...
    Herzlichst Ulla

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    1. Am besten, wir sprechen uns in nem Jahr mal wieder *lach*

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  6. ...ich lösche immer gleich welche, liebe Pamy,
    wenn ich sie am PC ansehe...beim großen Bildschirm sieht doch manches anders aus, als am Display -möglichst noch im Sonnenlicht- gedacht...die schönsten kommen natürlich in den Blog und da finde ich sie auch relativ gut wieder...ansonsten sortiere ich nach Monaten, Urlaubsreisen und Tagesausflügen -jeweils mit Datum...bis jetzt komme ich damit gut klar und finde auch, wenn ich was suche...von den Pilgerwegen und von manchen Urlaubsreisen habe ich auch Fotobücher gemacht, die schaue ich gerne an...am PC schaue ich selten Fotoalben an, wenn ich nicht was bestimmtes suche,

    wünsche dir einen schönen Sonntagabend,
    lieber Gruß Birgitt

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  7. Ich kann mich auch nur schwer dazu durchringen, Fotos wieder zu löschen...;-). Und ich glaube, ich blogge deshalb so ausgiebig und ausdauernd, weil sonst kein Foto aus der Versenkung des Archivs je wieder auftauchen würde...LG Lotta.

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  8. Ich verstehe dich so gut. Hier verschwinden die Bilder auf ab und zu einfach im Archiv. Aber durch das Bloggen werden wirklich die Besten meistens auch gezeigt :-) Ansonsten speichere ich sie mir auf einer externen Platte ab, damit nicht der PC voll ist. Den löschen kann ich auch nur sehr schwer... :-)
    Liebe Grüsse Alizeti

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