Freitag, 15. Juli 2016

{FridayFlowers} Endlichkeit



Eigentlich wollte ich heute was ganz anderes zeigen. Wiesenblumen - knallig, bunt, auch mit ganz viel gelb. Blumen, die vor Lebensfreude nur so schreien. 

Nur habe ich dann dieses vergessene Väschen im Regal mit vertrockneten Blumen gefunden (das kommt davon, wenn man überall welche hinstellt und am Ende nicht mehr weiß, wo was steht) und meine Nachbarin erzählt mir kurz darauf von den Ergebnissen ihrer weiteren ärztlichen Untersuchungen. Begriffe wie "inoperabel", "streut schnell", "regeln Sie alles Rechtliche" aber auch "es ist endlich" stehen im Raum. 

Endlich wie diese Blumen. Hortensien, wie ich sie sowas von mag. Egal in welchem Stadium. Egal ob noch frisch und voller Farbe oder auch später, wenn es in den Herbst geht und sie so herrlich altrosé werden. Aber auch sie sind endlich. Wie unser Leben. Wenn ich an Menschen, wie Miriam Pielhau denke, die dann auch noch so jung sind und diesen besch.... Kampf einfach nicht gewinnen können (und das ist nur eines der vielen aktuellen prominenten Beispiele), dann macht mich das traurig und wütend. Aber so ist es nun mal. Das Leben. Es ist und bleibt endlich. 

Extrem passend dazu und dabei auch noch völlig zufällig, habe ich dann gestern noch einen wirklich absolut bewegenden und sehenswerten Film mit erstklassiger Besetzung im ZDF gesehen, bei dem sich ein junger Mann mit der Diagnose ALS für Sterbehilfe entschließt und sich dabei auf diesem Weg von seinen Freunden begleiten lässt. Alljährlich macht diese alte Clique von früher eine große Radtour und immer einer von ihnen muss diese im Vorfeld organisieren. Diesmal war er dran und er hat den Weg direkt nach Belgien zu dem Arzt, der der die tödliche Spritze verabreichen sollte, gewählt. Er hatte den anderen (außer seiner Frau) im Vorfeld jedoch davon nichts gesagt und es kam erst während der Tour zur Sprache. Ein Mischung aus Trauer, Wut, aber auch dem Versuch nochmal was Tolles zusammen zu erleben, begann aus dieser letzten gemeinsamen Reise. Wirklich sehr beeindruckend und bewegend

Ziemlich am Schluss sagt Hannes zu seiner Frau: "Mein Leben war vielleicht nicht so lang, aber es war ganz gut". 

Wieder einmal mehr kann man nur feststellen, dass man jeden beschissenen Tag nutzen soll, da keiner von uns weiß, wie lange wir hier haben. 

Und mit meinen  vielleicht etwas anderen FreitagsBlümchen will ich heute dennoch zu Helga wandern, da auch dies eben irgendwie dazu gehört.











Es schickt  Euch schöne Wochenendgrüße, 
eine noch immer ein bisschen nachdenkliche


***
Pamy



Kommentare:

  1. Liebe Pamy,
    Dein Post spiegel die Stimmung wieder, die in unserem kleinen Dorf zur Zeit herrscht. Am Dienstag ist ein junger Mensch im Alter von 26 Jahren bei einer Routine-OP verstorben, so schrecklich und unbegreiflich. Und ja, wir sollten jeden Tag nutzen und genießen, egal wie alt wir sind. Hab ein schönes Wochenende.
    Viele Lieblingslandgrüße schickt Dir Petra ♥

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  2. Jetzt habe ich meinen langen Kommentar aus Versehen gelöscht.....
    Muss wohl so sein.
    Danke für Deinen Post
    Herzlichst
    yase

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  3. Passt irgendwie zum heutigen Tag und dem schrecklichen Ereignissen in Nizza.
    Auch wenn die Bilder Traurigkeit ausstrahlen sind sie wunderschön.
    L G Pia

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  4. Danke für deinen Post liebe Pamy, man muss jeden Tag genießen, denn es könnte wirklich der letzte sein... Du Liebe hab trotzdem ein schönes Wochenende ♥
    Drück dich lieb
    Christel

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  5. Ach je! Wir machen DAS gerade zu allem Überfluss auch noch mit ( ich schreib' s dir mal persönlich ), als wenn es nicht schon genug wäre: Der eine vor 5 Jahren an ALS, der andere jetzt mit der Diagnose wie bei deiner Nachbarin...
    Ich bin und bleibe Melancholikerin...
    Alles Liebe!
    Astrid

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  6. Liebe Pamy,
    ich hatte die Gedanken der Miram zu gedenken und ihrem 4 jährigen zurückbleibendem Mädchen, auch im Kopf, du sprichst mir aus der Seele und ich bin froh, dass du dieses Thema heute zur Sprache bringst! Diese Krankheit ist ein echtes maßloses Ungeheuer und trifft immer so liebe Menschen...
    Alles Gute für deine Nachbarin, sie war sicher dankbar, es dir erzählen zu können, man braucht so nötig Menschen, mit denen man sprechen kann über diese Dinge!
    Schön, dass du für sie da warst und sicher weiter bist!!!
    Möge sie trotz allem auf ihrem Weg beschützt sein. Wichtig nun die verbleibende Zeit so gut wie möglich zu verbringen und viel Freude zu erleben.....
    Viel Kraft......
    Ja, wir wissen alle nicht wie lange es uns vergönnt ist zu leben,
    machen wir das Beste draus, so meine Devise...
    Dankeschön, ich bin froh über deine Post!
    Herzensgrüße von Monika*

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  7. Liebe Pamy,
    ja,das war wieder bis jetzt eine Woche mit vielen traurigen Ereignissen...
    Es sind schon so viele Menschen in diesem Jahr von uns gegangen,die den Kampf verloren haben gegen diese besch... Krankheit.Auch der Cousin meiner Mama...
    Auch der Film "Ein ganzes halbes Jahr" ging mir ans Herz....
    Genießen wir jeden einzelnen Tag,den wir hier gesund verbringen dürfen auf diesem Planeten.
    Ganz liebe und ebenfalls nachdenkliche
    Kristin

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  8. ...deine Blumen drücken die Stimmung gut aus, liebe Pamy,
    manchmal ist es wirklich zum verzweifeln...aber wie du schon sagst, das Leben ist endlich, dessen müssen wir uns einfach bewusst sein und jede Stunde in diesem Bewusstsein leben...der Film gestern hat mich auch sehr berührt und mir gut gefallen...beeindruckend fand ich auch die Mutter, auch wenn sie mehr am Rande vorkam...nach dem Film ein ganzen halbes Jahr waren die Freundin und ich uns einig, dass Sterbehilfe möglich sein sollte, es aber unvorstellbar für uns ist, wenn ein Kind von uns diesen Wunsch hätte...das zu verstehen scheint unendlich schwieriger...ich wünsche dir Kraft, deine Nachbarin ein Stück zu begleiten, was auch immer jetzt auf sie zu kommt...und wenn es nur das offene Ohr ist, das man bieten kann, das ist so viel,

    liebe grüße
    Birgitt

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  9. Ach Pamy, du hast so recht, Miriam Pielhau, der erneute Anschlag in Frankreich, all das lassen einen nachdenklich (und mich leider auch sehr ängstlich) werden. Dazu kommt noch meine Tochter, die momentan etwas zu viel über den Tod grübelt... dein Bild passt.
    Den Film wollte ich eigentlich im Kino sehen (aber da wären bestimmt die Tränen geflossen) und nicht zuletzt weil ich Florian David Fitz so "nett" finde. Und da sieht man mal wieder wie eng Freud und Leid zusammenliegen ;-)
    Liebe Grüße
    Jutta
    P.S. Die schlechte Diagnose deiner Nachbarin tut mir sehr leid.

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  10. Den Film habe ich auch gesehen und mehr als eine Träne vergossen. Sowas von toll gespielt. Ein ernstes Thema, großartig umgesetzt. Dass deine Nachbarin so furchbare Neuigkeiten hatte, ist sehr betrüblich, sehr.
    Aber deinen Post hast du mit wunderbaren Aufnahmen und Worten verfasst, wirklich wunderbar.

    Na klar kriegst du das mit dem schwarzen Hintergrund hin, du hast doch deine Festbrennweite und damit Licht ohne Ende. Was meinst du, wie geheimnisvoll deine schönen Aufnahmen von heute damit wirken! Vor Schwarz kann ein Motiv gar nicht anders als gut aussehen oder gar leuchten. Geht gar nicht ;-) Ich hab so gelacht über die Kreuzallergie - DAS muss ich mir merken, so g...!!!

    Hab du auch ein feines Wochenende!

    Liebe Grüße ... Frauke

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  11. Liebe Pam,
    den Film habe ich zwar nicht gesehen, aber einen ähnlichen hatte ich mal im Kino angeschaut. Eine traurige Situation. Ja, ich denke auch oft, wenn ich im Herbst die verblühenden Blumen und Pflanzen sehe, wie vergänglich doch das Leben ist.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende,
    Christine

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  12. hallo pamy, ich kannte deinen wunderschönen blog bislang noch gar nicht und bin durch deinen kommentar bei mir hier gestrandet. ...und hängen geblieben. nicht nur deine bildern, auch die texte gefallen mir sehr. warum ich gerade diesen hier kommentiere, hat wohl damit zu tun, dass er mich besonders berührt hat. furchtbare diagnosen zeigen einen leider viel zu häufig wie endlich alles ist. im alltag vergisst man das viel zu schnell. ich versuche mich immer daran zu erinnern und mich nicht all zu lang an ärgernissen aufzuhalten. aber jetzt blättere ich mich erst einmal weiter durch deinen blog ;). liebe grüße, sabine

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