Freitag, 25. September 2015

Ein heute nicht ganz so fröhlicher Freitagsblumengruß





Eigentlich wollte ich heute einen bestgelaunten, voll motivierten Freitagsblumengruß hier lassen und mich dann voller Energie an meine Arbeit machen..... Aber jetzt habe ich mich gerade so ärgern müssen, dass von meiner guten Laune irgendwie nicht mehr allzuviel übrig geblieben ist. Aber keine Sorge, ich bin ein Mensch, der sich schnell über was aufregt und genauso schnell wieder runterkommt und eigentlich bin ich auch gar nicht schlecht gelaunt, sondern nur erschrocken... oder vielleicht einfach auch nur ein stückweit desillusioniert .... Doch ich sollte vielleicht erstmal von Vorne beginnen, anstatts direkt loszuwettern. 

Ich komme nämlich gerade von der Schule und zwar zu Fuß, so wie ich finde, dass sich das auch gehört. Kinder sollten nicht bis vor die Türe gefahren werden, sondern sollten ihren Schulweg laufen, da sie noch viel Bewegung brauchen und dort den ganzen Tag dann noch genug sitzen müssen. Allerdings ist es mir und meinem Mann aufgrund unserer Arbeitszeiten und Abläufe gar nicht möglich, den Weg mit Finn zu laufen, da ich selbst sehr früh zu Arbeiten anfange (ich bin also schon längst weg, wenn die beiden sich auf den Weg machen) und die Arbeitsstelle meines Mannes befindet sich direkt neben der Schule, d.h. das macht alles nicht wirklich Sinn zu laufen, da mein Mann auch auf sein Auto bei der Arbeit angewiesen ist. Also nimmt er ihn mit und begleitet ihn noch bis zur Schule. Anders sieht es dagegen freitags aus, da hab ich meinen einzig freien Tag und kann daher mit ihm laufen und das haben wir heute auch hochmotiviert gemacht. Mir ist wichtig, dass wir den Weg ganz bewusst laufen, dass er alle Gefahren kennenlernt und sich dessen auch bewusst wird, damit er diesen dann auch irgendwann ganz alleine laufen kann und ich dabei auch ein gutes Gefühl habe. Ein bisschen Bauchweh hab ich ja schon bei dem Gedanken daran, dass er ein gutes Stück an einer Hauptverkehrsstraße entlang laufen muss, bei dem die Autos ganz schön vorbeischießen, die Straße lässt sich dort auch nicht mit einer Ampel, sondern nur mit einem Fußgängerüberweg überqueren. Dass das auf dem ganzen Weg aber nur das kleinste Problem ist, war mir ehrlich gesagt nicht bewusst, sondern kam mir erst heute. Denn wenn man besagten Zebrastreifen überquert hat, kann man schon abbiegen in Richtung Schulzentrum / Sporthalle und kommt an einem Parkplatz vorbei, bis zu welchem viele Kinder mit dem Auto gebracht werden und da war ich wirklich völlig entsetzt was da so abgeht. Rücksicht scheint ein völliges Fremdwort zu sein. Da werden Gehwege, auf dem ja die ganzen Schüler laufen, zugeparkt, nur ums eigene Kind "sicher" direkt an der Schule abgeben zu können. Andere (nicht junge Fahranfänger und Raudies, die sich erst noch beweisen müssen, sondern Eltern in "angemessenem" Alter!!!) fahren mit quitschenden Reifen unter Vollgas davon, dass ich wirklich die Welt nicht mehr verstehe. Überall standen Autos herum, wo sie eigentlich nichts zu suchen hätten, Türen werden vor der Nase auf dem Gehweg aufgerissen und man wird eher noch böse angeschaut, wenn man auf dem Gehweg "geht"..... Und keiner außer mir schien sich irgendwie an dieser Situation gestört zu haben. Ich habe mir überlegt, ob ich gleich am 1. Tag des Zufusslaufens mich mit allen anlegen soll oder es erstmal auf mir sitzen lasse. 


Ich fand diese Situation wirklich nur unglaublich, vor allem weil ich mich wirklich frage, ob ich so mein Kind irgendwann alleine laufen lassen kann..... und das nicht wegen der Hauptstraße wo "alle" fahren, sondern nur wegen diesem Elternparkplatz, bei dem jeder sein Kind genau aus Sicherheitsgründen (oder eher vielleicht doch Bequemlichkeitsgründen) eigentlich abliefern will. 

Da fehlen mir wirklich die Worte und vor allem auch jegliches Verständnis. Mich wundert nur, dass bisher alles gut gegangen und zum Glück noch nichts passiert ist. Aber wenn, wird sicher das Geschrei groß sein. 

Und so hab ich mich wirklich kopfschüttelnd, nach dem ich meinen Junior heile im Schulhof abgesetzt hatte (muss man sich ja auch erstmal dran gewöhnen, ihn nicht mehr wie früher direkt in der "Gruppe" abzuliefern), auf den Heimweg gemacht. Dabei kam mir übrigens dieser Weißdornast direkt vor die Nase und ich kam nicht umher ihn mitzunehmen um ihn mir in die Vase zu stellen. Nun beginnt wieder die Zeit, bei der es immer und überall in der Natur soooo schöne Dinge gibt, bei denen man sich einfach bedienen darf und die das Gemüt erfreuen. Ich liebe den Herbst (hab ich ja schon am Mittwoch gesagt und werde es, bis er vorbei ist, sicher auch noch einige Male wiederholen). Das entschädigt irgendwie und ich bin nur noch halb so aufgebracht... ok, bis vermutlich am Mittag, wenn ich zum Abholen wieder den gleichen weg gehen werde. 

So, aber jetzt muss ich hier mal wieder ein bisschen was tun..... freier Tag heißt ja nicht automatisch freie Zeit :). Aber zunächst schau ich erstmal noch bei Helga's FridayFlowers vorbei. 

Lasst es Euch gut gehen und habt einen tollen Start ins Wochenende
Pamy




Kommentare:

  1. Ach, Pamy, diese Sachlage habe ich in den letzten 20 Jahren meines Lehrerinnendaseins bekämpft - ohne Erfolg! Selbst als vor Jahren ein Kind vor der Schule angefahren worden war, gab es keine Änderung, auch Aktionen der Kinder und der Polizei haben nicht zu einem Einlenken geführt. Auch die Kampagne des Dt. Kinderhilfswerkes "Zu Fuß zur Schule" ( die übrigens gerade wieder läuft - schau hier: http://www.zu-fuss-zur-schule.de/ ) hat nicht zur dauerhaften Veränderung geführt. Der Gipfel war meine vorletzte Schule, die eigentlich in einem kleinen Dorf lag mit Spielstraßenregelung rund um das Schulviertel und kurzen Wegen. Hektik, Egoismus, Scheuklappen - das prägt unser Miteinanderumgehen.
    Ich werde morgen auch so einen Post mit eigenartigen Erlebnissen veröffentlichen...
    Reagier dich ab an deinem Haushalt, so dass du dich wenigstens darüber freuen kannst!
    Bon week-end!
    Astrid

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  2. Liebe Pamy,
    was sprichst du mir aus dem Herzen. Genau diese Situation kenne ich und betrachte es mit Entfremden. Da mein Zwerg in den Frühhort geht, sehe ich es zum Glück nicht täglich, nur wenn ich halt mal frei habe, so wie heute und ihn selbst zur Schule bringe. Sonst wird er durch den Hort zur Schule gebracht und sie müssen "nur" auf dem Gehweg laufen, wenn dieser frei ist. Ich laufe schon immer mit meinem Jüngsten früher zur Kita, jetzt zur Schule bzw Hort und es ist eine wunderbare Zeit. Zeit für den Sonnenaufgang, Zeit eine Kastanie in die Tasche zu stecken und vor allem Zeit zu reden.....Mir ist es wichtig, weil ich weiß, diese Zeit kommt nie wieder.
    Liebe Grüße von Stine

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  3. Liebe Pamy, es ist wirklich überall das gleich Thema. Wer ist am rücksichtslosesten? Die Eltern selbst.
    Ich höre auch immer "Horrorgeschichten vom Schulvorplatz. Es wird appelliert und appelliert und nichts ändert sich.
    Dein Ast ist (trotzdem) total schön. Freu dich an ihm und denke nicht an die Idioten.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  4. Ach, liebe Pamy, ich kann deinen Ärger gut verstehen! Auch wenn ich keine Kinder habe, kann ich diese egoistische Rücksichtslosigkeit kein bisschen verstehen. Aber wie Astrid schon aus leidlicher Erfahrung sagt, es wird sich nichts daran ändern.
    Vielleicht gibt es noch einen anderen weg, den Finn nehmen kann? Einen, der den Elternparkplatz umgeht?
    Freu' dich an deinem wunderschönen Fund und über deine getane Hausarbeit, dann verfliegt dein Ärger wenigstens ein Weilchen.
    Liebe Grüße ... Frauke

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  5. Ohja...das kommt mir überaus bekannt vor...und leider muss man sagen, sind es vor allem die mit den größten Autos, die sich rücksichtslos verhalten...Klischee hin oder her...LG Lotta.

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  6. Oh je Pamy, das scheint aber auch wirklich überall ein Problem zu sein :( Manche Eltern würden ihre Kinder am liebsten bis vors Klassenzimmer fahren. Ich kann deinen Ärger wirklich verstehen, doch ich habe eher das Gefühl das wird immer schlimmer als besser, so wie Astrid es ja schon schrieb.... Hab trotzdem ein schönes Wochenende♥
    Ganz liebe Grüße
    Christel

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  7. Überall das selbe..... Da lohnt sich ärgern nicht..
    Dein Sohn wird die Hürde mir der Strasse lernen, er wird das Parkplatz - Eltern- Chaos überstehen und er wird die Schule durchleben, du wirst dir - wie wir alle - viele Gedanken und Sorgen machen. Und du wirst dich freuen mit ihm über jeden Sieg!!
    So ist das
    Herzluchst
    yase

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  8. Wir ärgern uns im Hort und in der Grundschule auch mit dem Problem rum und seit Jahren ändert sich nichts. Trotz Parkverbot auf dem Wendekreis, damit die Busse Platz haben zum wenden und wöchentliche Kontrollen der Polizei, wird dort geparkt, z.T. dauerhaft und das leider auch von den Nachbarn. Wäre nicht am Hof eine Kette, würden manche Eltern ihr Kind bis zum Haupteingang fahren......
    Ja auch ich muss täglich erwähnen, wie toll ich den Herbst finde. :-)
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Anette

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  9. Liebe Pamy,
    deine Sorgen und Gedanken kann ich nur allzu gut nachempfingen. Ging es vor vor 2 Jahren da so gar nicht anders!!! Bei jedem Mal unseres täglichen Schulwegtrainings in den Sommerferien kamen neue "Gefahren" auf dem Schulweg dazu. Und ich habe mich gefragt, wie das alles alleine klappen soll... Über das Schulwegtraining habe ich daher auch einen Erfahrungsbericht auf den Blog gestellt, weil es mir da wohl ganz ähnlich ging wie dir. Aber irgendwann kommt die Zeit für die Kinder auch alleine zu gehen. Wenn Ihr den Weg regelmäßig gemeinsam übt und jedes Mal über die kniffeligen Stellen sprecht, dann klappt es auch. Übung macht den Meister. Und auch Du wirst nach einiger Zeit mit jedem allein gegangenen Schulweg Deines Sohnes immer ruhiger werden :-)
    Ich drücke Euch die Daumen und wünsche Dir und Deiner Familie ein schönes Wochenende,
    Sabine

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  10. ...über solche Situationen, liebe Pamy,
    könnte ich ein Buch schreiben...nicht nur aus der Zeit, als meine Kinder noch in der Schule waren, wir wohnen nah bei Schule und Kindergarten und erleben das alltäglich...besonders schlimm ist es, wenn es regnet, dann müssen sie ganz nah an die Schule fahren...versuche doch mal, die Verkehrspolizei einzuschalten, wenn es an den Geldbeutel geht, ist am ehesten eine Änderung möglich,

    schön, dein Zweig in der Vase,

    lieber Gruß Birgitt

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  11. Leider ist das anscheinend überall so, liebe Pamy! Ich bin nur froh, dass neben der Schule meines Kleinen eine Sporthalle mit einem gaanz großen Parkplatz steht. Die meisten parken dort und bringen ihre Kleinen bis ins Klassenzimmer, um noch dort ein Schwätzchen zu halten (???) bist die Lehrerin sie rauswirft.. tssss!! Was den Schulweg an sich angeht, Pamy, hab' Vertrauen Dein Sohn wird das schon meistern. Drücker, Nicole

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  12. Leider ist das anscheinend überall so, liebe Pamy! Ich bin nur froh, dass neben der Schule meines Kleinen eine Sporthalle mit einem gaanz großen Parkplatz steht. Die meisten parken dort und bringen ihre Kleinen bis ins Klassenzimmer, um noch dort ein Schwätzchen zu halten (???) bist die Lehrerin sie rauswirft.. tssss!! Was den Schulweg an sich angeht, Pamy, hab' Vertrauen Dein Sohn wird das schon meistern. Drücker, Nicole

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  13. Liebe Pamy,
    hier ist die Parksituation auch nicht besser an der Schule und Fußgängerüberweg ist ein Fremdwort,auch für Opas am Steuer.
    Die 30iger Zone wird rigoros ignoriert und ich frage mich,wo ist die Polizei,wenn man sie mal braucht,nicht nur zum Schulbeginn?!
    Oft stand ich kopfschüttelnd an der Straße mit Kind an der Hand....
    Wir gehen auch zu Fuß und es sind gerade mal 5 min. bis zur Schule.
    Wenigstens hast du noch etwas Hübsches für die Vase gefunden auf dem Weg:)
    Ein schönes erstes Herbstwochenende wünscht dir
    Kristin

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  14. Liebe Pamy,
    ich kann Dich schon verstehen, aber es gibt Wege, die kann kein Kind zu Fuß laufen, da muss es gebracht werden oder mit dem Fahrrad fahren...
    Unser Gymnasium hat ein Einzugsgebiet von bis zu 30 km. Wer bitte schön soll da laufen?
    Meine Jungs wurden auch immer morgens schnell aus dem Auto geworfen, da mein Mann zum Büro sowieso an der Schule vorbei fährt.
    Und mittags wurden sie von mir abgeholt.
    So geht es schneller als mit dem Bus.
    Und wir hatten mehr Zeit fürs Frühstück und fürs Mittagessen. Das finde ich auch wichtig.
    Dir wünsche ich einen schönen und ärgerfreien Abend, ganz liebe Grüße
    Nicole

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